Geschichts- und Heimatverein Tecklenburg von 1922 e.V.

Foto historische Burgmauer Tecklenburg

Partnerschaften des GHV Tecklenburg

Kontakte bestehen zu:

Chalonnes sur Loire / Frankreich

  • Ansprechpartner: Michael Heimann, Am Weingarten 46, Tel. 05482/97265 und Björn Hollenberg, Dachsweg 4, Tel. 05482/4019381

Ballenstedt / Deutschland

  •  Ansprechpartner: Frank Bosse, Bodelschwinghweg 16, Tel. 05482/243

Grave / Niederlande "Geburtsort von Jan Wier"

  • Ansprechpartner: Frank Bosse, Bodelschwinghweg 16, Tel. 05482/243 

 

Chalonnes sur Loire

Nach der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde zwischen den Städten Chalonnes sur Loire und Tecklenburg am 21. Mai 1982 war es vorrangig wichtig, diesem Vertrag Leben durch Vertiefung der Kontakte einzuhauchen.

Als erster Verein besiegelten daraufhin der Geschichts- und Heimatverein, vertreten durch den damaligen Vorsitzenden Dr. Helmut Naumann, und die Volkstanzgruppe LA SABOTIERE, vertreten durch Madame Claire Pichon, per Handschlag die beginnende Verbundenheit beider Vereine.

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Ballenstedt

1767 wurde in Tecklenburg Friedrich Adolf Krummacher geboren und wohnte im neben dem Pfarrhaus gelegenen „Krummacher-Haus“. Er war ab 1800 Professor der Theologie in Duisburg, ab 1812 Generalsuperintendent und Oberhofprediger in Bernburg und ab 1824 Pfarrer in Bremen, wo er 1845 verstarb.

Sein Sohn Julius Krummacher (1807 – 1874) war Pfarrer in Tecklenburg. Er war verheiratet mit Adelheid von Kügelgen (1808 – 1974), der Schwester von Wilhelm v. Kügelgen (1802 – 1867). Dieser ist bekannt als Autor der „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“, er war verheiratet mit Julie Krummacher (1804 – 1909), der Schwester von Julius Krummacher.

Die Mutter von Adelheid und Wilhelm, Helene von Kügelgen, hat zeitweise in Tecklenburg bei ihren Kindern gelebt, und zwar im Gebäude des heutigen Puppenmuseums. Danach zog sie zurück nach Ballenstedt zur Familie ihres Sohnes Wilhelm und bezog eine Wohnung im „Hartrottschen Haus“, wo sie bis zu ihrem Tode wohnte.

Nach der Wiedervereinigung hat das Ehepaar von Hartrott, vorher Tecklenburger Bürger, das Haus als Erbe übernommen und restauriert. Zum „Tag des offenen Denkmals“ im Jahr 2000 wurde in dem Haus erstmals eine Ausstellung zum Thema „Ballenstedt und Tecklenburg“ gezeigt.

 

Grave

Der Arzt Dr. Jan Wier

 Tecklenburg:              Während im Tecklenburger Land der vor 500 Jahren im niederländischen Grave geborene Dr. Jan Wier vor allem als mutiger und streitbarer Kämpfer gegen den Hexenwahn bekannt wurde, wird er auf einer Gedenktafel in seiner Heimatstadt als „Begründer der forensischen Psychiatrie“ geehrt. Und in der Tat basiert seine europaweite Berühmtheit in erster Linie auf seinem segensreichen Wirken als Arzt. So ist zu verstehen, warum die Veranstalter Tecklenburg-Touristik, Geschichts- und Heimatverein und Kneipp-Verein den Blick auf sein Wirken als Arzt anlässlich einer Jubiläumsfeier am Samstag,  3. Oktober richtet.

 Gräfin Anna rief Dr. Wier nach Tecklenburg, weil er schon als Leibarzt in Jülich am Hof von Wilhelm dem Reichen und ebenso als Leibarzt Wilhelm III. in Düsseldorf erfolgreich wirkte. Mit Gräfin Anna verband ihn besonders die Erforschung und Anwendung der Naturheilkunde, die Verwendung von Heilpflanzen und -kräutern für Salben, Tees und Extrakten.  Wie revolutionierend seine Ansichten zu jener Zeit waren, äußerte sich unter anderem darin, dass er das vermeintliche Hexenwesen als Ausdruck besonders einer Melancholie, Geisteskrankheit oder von Drogen erzeugten Visionen erklärte. Er führte sie damit auf eine körperliche, krankhafte Reaktion zurück.

 In seinem Vortrag 2009 anlässlich der Feier zur 125-jähruigen Errichtung des Wierturms auf der Burg führte Dr. med. Förster, Chefarzt im Bethania-Krankenhaus Essen unter anderem folgendes aus:

„ Wier war nicht nur Humanist, ein Autor mutiger Bücher gegen die Hexenjagd, sondern in erster Linie ein Arzt, der bereit war, sein Leben für die Patienten zu riskieren. Kam er bei diagnostischen Problemen nicht weiter, scheute er nicht vor Selbstversuchen zurück. Sein therapeutisches Vorgehen bei Magen-Darm- und Infektionskrankheiten wie auch seine medizinischen Abhandlungen zu zeichnen sich durch eine Methodik aus, die noch heute Gültigkeit haben. Präzise sind auch seine anschaulichen Krankheitsbeschreibungen. Für den „Vater der Agressionsforschung“, der durch kritisches Denken als einer der wenigen Licht in das mystische und magische Dunkel des Hexenwahns brachte, hatte die Medizin eine moralische Dimension.“

Folgerichtig verleiht bis heute die Ärztekammer Nordrhein jährlich eine Wiermedaille für besondere Verdienste, hat die niederländische Post eine Sonderbriefmarke mit seinem Brustbild herausgebracht, gibt es in Grave die Gedenktafel, in Tecklenburg den Wierturm und erinnert in Düsseldorf am Eingang der Universitätsklinik eine Tafel an sein Wirken.

 

 

Mitglieder der v. Kügelgen-Gesellschaft Ballenstedt und des GHV Tecklenburg vor dem "Krummacher-Haus" in Bernburg

Kontakt

Geschichts- und Heimatverein Tecklenburg von 1922 e.V.

Ansprechpartner:
Herr Frank Bosse
Bodelschwinghweg 16
49545 Tecklenburg

Telefon: 05482 243

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